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26.4.11

Der Richter und sein Henker: das Ende

Endlich wissen wir die ganze Geschichte von Schmieds Mord! Dürrenmatts dramatischer Krimi war fesselnd bis zu den letzten Kapiteln. Ich fand das Ende ganz spannend, weil ich so eineDrehung der Handlung nicht erwartete. (Aber ich hätte ahnen sollen, dass etwas Interessantes nach Kapitel 19 passieren würde, weil es noch zwei Kapiteln gab.) Im vorletzten Kapitel verstehen wir endlich, wie viel Tschanz in der ganzen Geschichte hätte leiden müssen. Er sagt zu Bärlach, er habe es immer geahnt, dass Bärlach die Wahrheit wisse. Jetzt kann man auch versuchen zu begreifen, wie verzweifelt und frustriert Tschanz hätte sein müssen, um Schmied zu töten.

Insgesamt hat Der Richter und sein Henker mir sehr gefallen, zum großen Teil wegen meiner Lieblinsfigur, Bärlach. Er ist schlau und geheimnisvoll, aber auch ein bisschen traurig. Endlich erreicht er sein Ziel, doch hat er nur noch ein Jahr zu leben.

Ich fand es aber schwer zu glauben, dass Tchanz seinen Revolver in die Hand des Dieners drückte, direkt nachdem er zweimal geschossen wurde. Ich verstand auch nicht, warum Bärlach sagt, dass er Tschanz ,,nie mehr verraten" wird. Ist er ernst? Er gibt sein halbes Leben hin, einen Verbrecher zu stellen, und dann verzichtet er, die Bestie zu stellen, die seinen geschätzten Schmied getötet hatte?

Es ist auch höchst interessant, dass Tschanz Selbstmord begeht, obwohl Bärlach ihm gesagt hatte, dass er ihn nicht verraten werde. Glaubt er Bärlach nicht? Oder ist er einfach zu verzweifelt, mit sich zu leben? In diesem Roman bekommt jeder, was er verdient.

19.4.11

Der Richter und sein Henker


Der Richter und sein Henker wird jetzt interessanter, weil wir endlich ein bisschen über die Geschichte Gastmanns lernen. Ich bin gespannt, um zu sehen, ob Bärlach die Taten von Gastmann beweisen kann, bevor der Alte stirbt. Am Ende von Krimis wird es meistens gelöst, aber vielleicht ist es bei deutschen Krimis anders. Ich hätte es lieber, wenn Bärlach den Schuld seines Erzfeindes nie beweisen könnte. Es ist interessant, wenn auch unheimlich, dass es einen perfekten Verbrecher geben könnte.

Der Schriftsteller, den Bärlach und Tchanz im 13. Kapitel endlich kennen lernen, ist auch für Gastmann interessiert. Ich frage mich, warum Gastmann erlaubt, dass der Schriftsteller bei ihm kommt. Vielleicht gilt er als Künstler, aber Gastmann hat bemerken müssen, dass der Schriftsteller nicht so uninteressiert wie die anderen Künstler ist. Vielleicht werden wir später lernen können, wie viel der Schriftsteller über Gastmann genau weiß.

13.4.11

Der Richter und sein Henker

In dem fünften Kapitel von Friedrich Dürrenmatts Krimi gibt es eine überraschende Szene: Tschanz erscheißt einen bösen Hund, der versucht, Bärlach zu beißen. Dieser Hund gehört Herrn G. Frau Sok fragt, warum die Polizisten den Hund töten, aber sie hatten keine Auswahl. Sie wussten nicht, das es neben diesem Haus so einen Hund gab. Sie waren aber am Anwesen von Herrn G ohne Durchsuchungsbefehl....

Herr G, dessen Nachname wahrscheinlich Gastmann ist, ist ein geheimnisvoller Typ. Alle werden zu seinen Partys eingeladen. Die Twanner Polizisten sagen, dass Gastmann Philosoph ist, aber sie wissen nicht viel über ihn, nur dass er sehr reich ist.

6.3.11

Die Rote Katze

Luise Rinsers Kurzgeschichte ,,Die Rote Katze" erzählt von einer Familie, die die schlimmen Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg überlebt. Es ist eine ganz traurige Geschichte, in der die Mutter und die Geschwister eines Junges sich an einer kleinen Katze ein bisschen erfreuen, trotz ihrer sonst freudlosen Existenz.

Diese Katze kann der Erzähler aber gar nicht leiden. Seine verhungerten jüngeren Geschwister geben der Katze ein Stuck Brot, und der Junge ärgert sich. Er selber gibt der Katze ein Stück Brot, und dann ärgert er sich noch mehr. Dieser Junge ist alt genug, um zu verstehen, dass diese ganz kleine Katze bloß versucht, weiter zu leben, genau wie seine Familie. Aber frustriert und verzweifelt verlässt der Junge seine Vernunft. Seiner Meinung nach ist die Katze ein Teufel, der dick wird und zuschaut, während seine Familie verhungert.

Am Ende der Geschichte tötet der Junge brutal die Katze. Während der Geschichte, sieht man den Erzählers Streit mit sich. Er ist nicht herzlos, obwohl er versucht, so zu sein. Er hasst die Katze, aber trotzdem gibt er sie zu essen. Nachdem er sie draußen im Kalten bringt, um sie umzubringen, streichelt er sie. Noch unberuhigender ist es, wenn er mit dem Mord aufhören will, nachdem die Katze schon halb tot ist.

,,Tot war sie noch lange nicht".

Trotz seines grausamen Benehmens ist der Junge kein Psychopath. Er wird sich immer an diesen Teufel von einer Katze denken, und nicht weil sie zu viel gefressen hat. Wegen des Krieges, wegen seiner Families Not, wegen seines endlosen Hunger macht er etwas Entsetzliches, das er sofort reut. Erst, wenn die Katze schon umgebracht ist, erkannt der Junge, dass sie doch relativ harmlos war.

,,Eigentlich frißt so ein Tier doch gar nicht so viel".

1.3.11

Der Jasager und Der Neinsager

Wir haben gerade Bertholt Brechts herrliche Theaterstücke ,,Der Jasager" und ,,Der Neinsager" gelesen. Nachdem ich ,,Der Jasager" gelesen hatte, hat ,,Der Neinsager" ein bisschen flach geschienen. Wenn man nur ,,Der Neinsager" lesen würde, würde die Geschichte blöd und langweilig scheinen. Aber im Verbund mit ,,Der Jasager", sieht man, dass Brecht versucht, Menschheit nicht zu schrecklich zu zeigen. Anscheinend stellt Brecht zwei verschiedene Realitäten vor. Die erste ist entsetzlich, und beim lesen fühlt man sich fast angewidert, ein Mensch in dieser Welt zu sein.

Aber andererseits finde ich, dass die zweite Geschichte ein bisschen zu optimistisch ist. Wenn es wirklich so einen unvernünftigen Brauch gäbe, dass man Kinder ins Tal hinabschleudert, würde die Studenten und der Lehrer diesen Brauch nicht so schnell aufgeben. (Am Ende von ,,Der Neinsager" deutet Brecht an, das die Kinder feige sind, aber es ist viel feiger, aus einem Brauch auszubrechen, als an einen Brauch festzuhalten.)

Ich frage mich, warum der Lehrer in ,,Der Jasager" ein Hilfsexpedition für Medizin macht, und in ,,Der Neinsager" nur eine Forschungsreise. Es ist ganz sinnvoll, umzukehren, wenn man nur Forschung macht. Aber in ,,Der Neinsager" haben sie eine viel schwierigere Entscheidung: wegen der Seuche, wenn sie zurückkehrte, würden viele kranke Leuten sterben, und nicht nur ein Jung, den ins Tal könnte hinabworfen werden. Ich würde gern wissen, was die vernünftigen Leute in der zweiten Geschichte gemacht hätten, wenn die Bürger einer ganzen Stadt am Rande des Todes wären.

10.2.11

Oscar Wilde: Mein Lieblingsautor


Seitdem ich im Gymnasium das Theaterstück The Importance of Being Earnest las, war Oscar Wilde mein Lieblingsautor. Er schrieb andere Theaterstücke und auch einen Roman. Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin geboren, aber er konnte auch Deutsch und Französisch.

Wildes Schreiben gefällt mir, weil es literarisch aber auch unterhaltsam ist. Die Meisten seiner Werken sind sehr witzig, z.B. Lady Windermere's Fan und The Importance of Being Earnest. Oft kritisiert Wilde die Gesellschaft durch sein Schreiben. Der einzige Roman, den Wilde schrieb, The Picture of Dorian Gray (Das Bildnis des Dorian Gray auf Deutsch), ist nicht lustig, aber trotzdem ist es sehr fesselnd. Dieses Werk handelt von Moralität, Eitelkeit und Dekadenz.

Als ich im Januar in Paris war, machte ich mit meinen Freunden eine ,,literarische Fußreise". Wir besuchten u.a. das Hotel, wo Oscar Wilde am Ende seines Lebens gewohnt hatte. Wilde sagte, die hässliche Tapete in seinem Zimmer und er waren in einem ,,Duell auf Leben und Tod", und dass entweder er oder die Tapete sterben musste. Leider überlebte ihn die Tapete.



Oscar Wildes Sterbeort am Linken Ufer Paris.

8.2.11

Bertolt Brecht

Bertolt Brecht wurde 1898 in Augsburg (Süddeutschland) geboren. Als er geboren wurde, hieß er Eugen Berthold Friedrich Brecht. Brecht ist für seine Theaterstücke und Gedichte bekannt.


An einer Universität in München studierte Brecht Philosophie, Medizin und Literatur. Mit Paula Banholzer bekam Brecht einen ersten Sohn, Frank. (Später bekam Brecht noch ein paar Kinder mit anderen Frauen.)

In den 20er Jahren wurde Brecht Kommunist. Er wünschte, die gesellschäftlichen Strukturen wären durchschaubarer. Das versuchte er zu erreichen durch sein Schreiben von Theaterstücken und Gedichten. Als er schrieb, wollte er immer etwas bewirken.

Nach der Machtergreifung waren die Nationalsozialistischen heftig im Gegensatz zu den Werken von Bertolt Brecht. Viele seiner Bücher wurden 1933 während der Büchverbrennung verbrannt. In diesem Jahr verließ Brecht und seine Familie Deutschland. Sie lebten unter anderem in Paris, in den USA und in der Schweiz. Schliesslich zog er nach der DDR. Er gründete mit seiner Frau Helene Weigel in Berlin das Berliner Ensemble. In diesem Theater wurden viele berühmte Stücke von Brecht, z.B. „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Die Dreigroschenoper“ und „Der kaukasische Kreidekreis“ gespielt.



Bertolt-Brecht-Denkmal auf dem Bertolt-Brecht-Platz vor dem Berliner Ensemble

In Ost-Berlin lebte Bertolt Brecht bis seinen Tod.

Brechts berühmtes Theaterstück „Mutter Courage und ihre Kinder“ handelt von einer Frau, die nach Skandinavien zieht. Schliesslich verliert Mutter Courage ihre drei Kinder. Durch dieses Werk versucht Brecht zu zeigen, wie abscheulich der Krieg ist.